Bausparvertrag: Kündigung der Bausparkasse


Vielen Bausparkassen sind die Altverträge von Bausparern ein Dorn im Auge. Daher kündigen sie aktuell die Verträge.  Als Grund für die Kündigung geben die Bausparkassen an, dass die vertraglich vereinbarte Bausparsumme erreicht sei. 
Während zunächst die "Stuttgarter Nachrichten" am Freitag über Kündigungen der Wüstenrot berichteten, ist diese Vorgehensweise der Bausparkassen grundsätzlich nichts Neues. Verschiedenen Verbraucherzentralen liegen Beschwerden von Bausparen vor, die Bausparverträge bei der Aachener Bausparkasse und bei der BHW haben, die nun gekündigt wurden.

Sich gegen die Kündigung der Bausparkasse zu wehren ist schwierig. Doch Bausparer können vorbeugen:

Bausparsumme als magische Grenze im Auge behalten

Durch die Niedrigzinsen an den Kapitalmärkten ist der Druck auf die Bausparkassen enorm groß, da sie auf Altverträge hohe Zinsen auf das Guthaben zahlen müssen. Ausgeglichen werden können diese aber nicht aus hohen Darlehnszinsen, weil die Kunden auf teure Kredite verzichten. Stattdessen werden günstigere Hypothekendarlehen genutzt.   
Wird ein voll besparter Vertrag durch die Bausparkasse gekündigt, gibt es keine Chance sich zur Wehr zu setzen. Die Kündigung der Bausparverträge ist in der Regel nicht angreifbar. Bei Altverträgen, die noch nicht voll bespart sind, sollte daher die Überlegung angestellt werden, ob sich weitere Einzahlungen lohnen und eine Kündigung verhindern.

Kündigung des Bausparvertrags vermeiden

Verbraucher, die einen Altvertrag besitzen, sollten darauf achten, dass sie unterhalb der Grenze der vereinbaren Bausparsumme bleiben. Wenn die Möglichkeit der Aussetzung von monatlichen Beiträgen gegeben ist, sollte diese Offerte genutzt werden. Wichtig ist, dass der Vertrag nicht überspart wird. Kunden sollten daher auch die Zinsen mit einrechnen, die auf den Vertrag gewährt werden, damit sie nicht das Schicksal der Kündigung ereilt.

Wann die Kündigung durch die Bausparkasse rechtmäßig ist 

Bausparkassen dürfen Verträge nur dann kündigen, wenn die Bausparsumme vollständig angespart wurde, da damit der Zweck des Sparens und die Gewährung eines günstigen Darlehns erfüllt sind. 
Gekündigt werden darf ein Bausparvertrag nicht, wenn dieser in der Ansparphase sowie in der Zuteilung ist oder der Sparer das zuteilungsreife Darlehn nutzen möchte. Dieses ist im § 488 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch verankert.