Zahnbehandlung und Steuern


In vielen Fällen können Kosten für die Zahnbehandlung steuerlich geltend gemacht werden. Das ist aber vielen Menschen nicht bewusst. Doch genauso wie andere Kosten, die für Gesundheitsaufwendungen entstehen, sind auch Zahnarztkosten und der benötigte Zahnersatz von der Steuer absetzbar. Dieses ist sogar im § 33 des Einkommenssteuergesetztes (EstG) festgelegt. Denn die Aufwendungen fallen unter außergewöhnliche Aufwendungen und sind damit abzugsfähig.

Neben der außergewöhnlichen Aufwendung gibt es  eine gewöhnliche Aufwendung, die dem Patienten zugemutet werden kann. Die zumutbare Belastung richtet sich aber nach dem Familienstand und dem Einkommen der jeweiligen Person.

Die jeweiligen Beträge, die zugrunde gelegt werden, bestimmen Staffelung.
Die Berechnung erfolgt nach dem gesamten Bruttoeinkünften der ganzen Familie. Zum einen wird die Grundtabelle, die in der Regel Ledige ohne Kinder betrifft, zugrunde gelegt. Bei einem Einkommen von bis zu 15.338,76 Euro gelten 5 % des Gesamteinkommens. Bei einem Gesamtbetrag von bis zu 51.129,19 Euro sind 6 % zumutbar. Wer über 51.129,19 Euro verdient hat eine zumutbare Belastung von 7 %. 

Bei Verheirateten ohne Kinder wird auf die Splittingtabelle zurückgegriffen. 
Die Verteilung der zumutbaren Belastung sieht wie folgt aus:
  • bis 15.33876 Euro  - 4 %
  • bis 51.129,19 Euro – 5 %
  • über 51.129,19 Euro – 6 %

Familien mit einem und zwei Kindern:
  • bis 15.33876 Euro  - 2 %
  • bis 51.129,19 Euro – 3 %
  • über 51.129,19 Euro – 4 %

Familien mit 3 und mehr Kindern:
  • bis 15.33876 Euro  - 1 %
  • bis 51.129,19 Euro – 1 %
  • über 51.129,19 Euro – 2 %

Eine kleine Beispielrechnung

Einem Patienten mit 3 Kindern und einem Jahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro wird eine Belastung von 1 % zugemutet, was 300 Euro entsprechen. Wenn die durchgeführte zahnärztliche Behandlung 6.000 Euro umfasst und die Versicherung eine Summe von 1.500 Euro bezahlt, bleiben für den Patienten noch 4.500 Euro übrig, die er bezahlen muss. Diese Summe, abzüglich der 300 Euro können komplett bei der Einkommenssteuererklärung eingetragen und geltend gemacht werden. 

Wichtig: Die Belege für alle außergewöhnlichen Belastungen sollten über das Jahr hinweg gesammelt werden. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um Zahnbehandlungen, eine neue Brille oder einen Krankenhausaufenthalt handelt. Die außergewöhnlichen Belastungen werden zusammengerechnet und einmalig gekürzt.