Pflegefall in der Familie

Wenn ein Angehöriger plötzlich zum Pflegefall wird, tauchen viele Fragen auf. Vor allem wenn es darum geht, wer für die Betreuung in Frage kommt, oder wo es Beratungsstellen gibt oder welche Möglichkeiten Berufstätige haben.

Von einem nahen Angehörigen in der vertrauten Umgebung betreut zu werden, wünschen sich viele pflegebedürftigen Menschen. Der Staat unterstützt seit kurzem alle Menschen, die eine Betreuung übernehmen möchten, denn der Bedarf steigt von Jahr zu Jahr. 


Anspruch auf Lohnfortzahlung


Seit Januar 2015 gibt es für Arbeitnehmer einen Anspruch auf die sogenannte Lohnfortzahlung, das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld http://www.kv-media.de/. Dieses kann bei der Pflegeversicherung des Angehörigen beantragt werden.  Daneben existiert eine langfristige Version, die einen Anspruch auf unbezahlte, sozialversicherte Freistellung von der Arbeit einräumt. Diese Freistellung kann für maximal 6 Monate beansprucht werden.

Als Voraussetzung muss die zu pflegende Person ein naher Angehöriger wie etwa die Kinder, Geschwister, Großeltern, der Partner oder Ehegatte. Dazu muss die Pflegestufe 1 vorliegen. Die nächste Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber von der Freistellung mindestens 10 Tage vorher schriftlich in Kenntnis gesetzt werden muss. Allerdings besteht diese Möglichkeit nur, wenn in dem Betrieb mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt sind. Wer allerdings keine finanziellen Rücklagen hat, um die Pflege finanziell stemmen zu können, kann sich an das Sozialamt wenden. Wenn das Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt, (dies wird individuell berechnet) greift das Sozialamt mit
einer finanziellen Unterstützung unter die Arme.


Pflegen statt arbeiten


Berufstätige, die sich um ihre Angehörigen kümmern müssen, können ihre Arbeitszeit für maximal 2 Jahre halbieren. Allerdings geht dies nur mit Zustimmung des Arbeitgebers und nicht weniger als 15 Stunden pro Woche. Wer sich für diese Variante entscheidet, kann mit 75 % Prozent des Bruttolohns rechnen. Wenn jemand allerdings komplett seinen Job zugunsten der Pflege aufgibt hat immer noch Anspruch auf Urlaub. Die Pflegeversicherung übernimmt für vier Wochen im Jahr die Kosten für eine Vertretung. Voraussetzung muss hier für die Pflege eines nahen Angehörigen sein.


Kosten für Umbauten


Stehen Umbauten an wie etwa die Türverbreiterungen für Rollstühle oder muss ein Treppenlift her, damit der Angehörige vom Erdgeschoss in die erste Etage kommen kann, gewähren die Pflegekassen die Umbauten Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro. So wird die häusliche Betreuung erleichtert oder stellenweise sogar eine eigenständige Lebensführung wieder hergestellt. Hier müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen.


Wer kann helfen?


Die erste Anlaufstelle zur unterstützenden Pflege erfahren sie bei der Pflegekasse oder auch bei der Stadtverwaltung. Auch unter www.psp.zqp.de können Sie nach einer geeigneten Stelle in Ihrer Nähe suchen. Angehörige können sich auch in vielen Selbsthilfegruppen wie www.nakos.de austauschen oder telefonisch unter 030 31 01 89 60. Wenn zusätzlich ein guter Pflegedienst benötigt wird, muss zuerst der tatsächliche Pflegebedarf ermittelt werden denn die Kosten für eine Pflege sind genau festgelegt. Auch sollte man unbedingt auf die Ausbildung der Pfleger achten.