Unfallflucht - Versicherer darf Regress nehmen

Wer sich unerlaubterweise vom Unfallort entfernt, der muss als Autofahrer mit einer nicht unerheblichen Strafe rechnen, wie zum Beispiel dem Entzug des Führerscheins. Neben der strafrechtlichen Seite ist darüber hinaus davon auszugehen, dass der Versicherer ebenfalls bestimmte Ansprüche anmelden bzw. den Versicherten in Regress nehmen wird, falls ein Schadenersatzanspruch eines Dritten bestand. So entschied auch das Landgericht Heidelberg in einem Urteil (Az 3 S 26/13). 

Unabhängig davon, ob der Versicherte fahrlässig, grob fahrlässig oder sogar vorsätzlich gehandelt hat, reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung zunächst den beim Unfallbeteiligten entstandenen Schaden, falls der Versicherungsnehmer die Schuld trägt. Allerdings ist bei Unfallflucht davon auszugehen, dass der Versicherer seinen Kunden anschließend in Regress nehmen wird. Dass dies rechtens ist, wurde unter anderem mit dem Urteil des Landgerichtes Heidelberg bestätigt. Im verhandelten Fall wurde ein Fahrer zu einer „Eigenbeteiligung“ von 5.000 Euro verurteilt.

Er hatte zunächst einen Verkehrsunfall verursacht und sich anschließend unerlaubterweise vom Unfallort entfernt, demnach Unfallflucht begangen. Zwar gab der Fahrer an, nicht mitbekommen zu haben, dass er überhaupt in den Unfall verwickelt war. Das Gericht nahm ihm dies allerdings nicht ab, zumal eine Beobachterin ihm sagte, dass es einen Verletzten gab. Daher kam das Gericht aufgrund der Tatsache, dass der Fahrer mit Verletzungen eines Dritten rechnen musste zu dem Urteil, dass sogar schwere Unfallflucht vorläge. Daher durfte der Beklagte mit 5.000 Euro in Regress genommen werden.