Versicherungsschutz beim Vorstellungsgespraech

Die gesetzliche Unfallversicherung kommt bekanntlich vor allen Dingen bei Verletzungen auf, die sich am Arbeitsplatz ereignen oder beispielsweise bei einem Unfall, der auf dem Weg zur Arbeit passiert.

Eine interessante Frage hatte vor kurzer Zeit das Sozialgericht Konstanz zu klären. Im verhandelten Fall ging es nämlich darum, ob die gesetzliche Unfallversicherung auch dazu verpflichtet ist, einen Unfall mit den entstandenen Verletzungsfolgen dann zu regulieren, wenn sich der Betroffene auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch Gespräch befindet.

Das Urteil (Az S 11 U 1929/14), welches vom Sozialgericht Konstanz gefällt wurde, stellte sich auf die Seite des betroffenen Klägers. Konkret hatte die Arbeitsagentur dem arbeitssuchenden Mann eine mögliche Stelle vorgeschlagen, woraufhin dieser sich zu einem Vorstellungsgespräch begab. Auf dem Weg dorthin verunglückte er allerdings, da er mit dem Fahrrad unterwegs war und in dem Zusammenhang von einem Auto erfasst wurde. Als Folge des Unfalls erlitt der Betroffene leider schwerste Hirnverletzungen. 

Das Sozialgericht Konstanz entschied nun, dass die gesetzliche Unfallversicherung auch dann eintreten müsse, wenn sich ein Arbeitsloser auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch befindet und in dem Zusammenhang ein Gesundheitsschaden durch einen Unfall erleidet.