Wertpapierkredit – jetzt empfehlenswert?

Der Finanzmarkt zeichnet sich derzeit durch sehr niedrige Zinsen aus, was sowohl viele Kredite als auch verzinsliche Geldanlagen betrifft. Aus diesem Grund investieren nicht wenige Anleger verstärkt in Sachwerte, unter anderem auch in Aktien. Die niedrigen Kreditzinsen sowie die in der jüngeren Vergangenheit erheblich gestiegenen Aktienkurse führen dazu, dass einige Anleger darüber nachdenken, ob die Aufnahme eines Wertpapierkredites jetzt sinnvoll ist.

Auf den ersten Blick spricht einiges dafür, dass die Situation jetzt ideal ist, um einen Wertpapierkredit aufzunehmen. Auf der einen Seite sind die Kreditzinsen auch in diesem Segment günstig wie kaum zuvor, sodass manche Banken Wertpapierkredite schon ab einem Zinssatz von drei oder vier Prozent vergeben. Auf der anderen Seite wird die Sinnhaftigkeit eines Wertpapierkredites dadurch unterstützt, dass zumindest der Deutsche Aktienindex in der jüngeren Vergangenheit von einem Hoch zum anderen geklettert ist. Vieles spricht derzeit also dafür, dass mit einem Investment in Aktien (deutlich) höhere Renditen erzielt werden können, als Zinskosten bei einem Wertpapierkredit anfallen.


Experten raten von Aktien-Investment auf Schuldenbasis ab

Trotz dieser scheinbar idealen Situation für einen Wertpapierkredit ist es so, dass die weitaus meisten Experten davon abraten, auf Schuldenbasis in Aktien zu investieren. Zunächst einmal entstehen bei der Kreditaufnahme natürlich immer Kosten, die durchschnittlich derzeit zwischen vier und sechs Prozent betragen. Der Kreditnehmer zahlt also beispielsweise fünf Prozent im Jahr an Kreditzinsen, sodass diese Kosten erst einmal durch die Performance der erworbenen Aktien kompensiert werden müssen. Dies bedeutet, der Aktienkurs muss innerhalb eines Jahres mindestens fünf Prozent steigen, und damit sind dann erst einmal nur die Aufwendungen ausgeglichen. Auf dieser Basis stellt sich natürlich die Frage, ob ein Aktien-Investment dann noch so lohnenswert sein kann, dass auch unter dem Strich eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen ist. Daher sollten Verbraucher sich sehr gut überlegen, ob sie das Risiko eingehen, auf Schuldenbasis in Aktien zu investieren. Sollten sich die Kurse nämlich negativ entwickeln, muss auf der einen Seite der Kredit abbezahlt werden und auf der anderen Seite wird mit dem Investment zusätzlich noch ein Verlust erlitten.