Freundschaftsdienst oder Schwarzarbeit?

Je älter man wird, umso häufiger ist man auf ihre Hilfe angewiesen. Doch es liegt oft nur ein schmaler Grat zwischen einfachen Gefälligkeiten und strafbarer Schwarzarbeit. Wenn die Kinder des Nachbarn den Einkauf erledigen oder ein Bekannter den Rasen mäht,  stellt sich schnell die Frage, ob es sich um einen Freundschaftsdienst handelt oder bereits die Grenze zur Schwarzarbeit überschritten wurde. 

Wir erklären Ihnen, wie sie aus rechtlicher Sicht auf Nummer sicher gehen können:


Tätigkeit anmelden


Wenn die Putzhilfe regelmäßig kommt, sollten Sie bei der Minijobzentrale anrufen und abklären, ob diese Tätigkeit angemeldet werden muss (0355290270799). Die Pauschalen für Minijobs in Privathaushalten sind sehr gering: Wenn ihre Putzfrau 100 Euro im Monat verdient, beträgt die Summe der Abgaben mal gerade 14,44 Euro. 


Bezahlung


Wer stundenlang für andere im Einsatz ist, darf auch eine Bezahlung erwarten. Damit diese Bezahlung nicht als Arbeitslohn anzusehen ist, sollte dieses Entgelt nicht zu hoch ausfallen. Ein Taschengeld ist vollkommen ok, wenn es sich um eine einmalige Hilfe handelt. Wie hoch dieses ausfallen darf, dafür gibt es keine gesetzliche Höchstgrenze.


In schöner Regelmäßigkeit


Wenn jeden Samstag eine Freundin die Wohnung oder das Haus putzt oder alle zwei Wochen der Nachbar den Rasen pflegt, gilt dies schon als sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Wenn diese Tätigkeit nicht angemeldet wird, handelt es sich hierbei um strafbare Schwarzarbeit. Viele Menschen bessern somit ihre Haushaltskasse auf. Statt Geld könnte man dem Helfer mit einem guten Essen belohnen oder auf eine Flasche Wein einladen.


Wer haftet, wenn etwas passiert?


Ein Sturz von der Leiter beispielsweise ist bei einem reinen Freundschaftsdienst kein Arbeitsunfall. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt demzufolge nicht. Für Sachschäden springt die private Haftpflichtversicherung ein.


Kontrolle


Man sollte immer den Überblick behalten, welcher Helfer zur Hand geht. Deshalb sollte vor Beginn der Arbeiten genau abgesprochen werden, dass es sich um eine Hilfeleistung handelt. Optimal wäre es, wenn man seine Versicherung in Kenntnis setzt, damit auch wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Nur so kann man unnötigen Ärger aus dem Weg gehen.