Lebensversicherung: So setzen sich die Erträge zusammen

Einer aktuellen Umfrage zufolge wissen mehr als 80 Prozent aller Verbraucher, die eine Kapitallebensversicherung besitzen, nicht, wie sich die Erträge im Detail zusammensetzen. Zwar ist den meisten Verbrauchern bekannt, dass es einerseits Garantiezinsen und zum anderen die Überschussbeteiligung gibt. Jedoch fehlt es häufig an die Detailinformationen zu den einzelnen Erträgen.

Seit Jahren sinken die Renditen der Kapitallebensversicherung, sodass auch Versicherungsnehmer mit diesem Produkt immer geringere Erträge erzielen. Dies wird besonders am Garantiezins deutlich, der ab Januar 2015 nur noch 1,25 Prozent beträgt. Dies bedeutet, dass jeder neue Kunde, der in diesem Jahr eine Lebensversicherung abschließt, nur noch einen garantierten Ertrag von eben diesen 1,25 Prozent hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass es sich um die Rendite handelt. Denn immerhin fallen Abschussprovisionen und Risiko- sowie Verwaltungskosten an, die sich negativ auf die Rendite auswirken.


Überschüsse bestehen aus mehreren Teilen


Im Vergleich zu den Garantiezinsen sind die Überschüsse der Kapitallebensversicherung zwar deutlich höher, allerdings können diese nicht garantiert werden. Die meisten Versicherungsnehmer wissen nicht, dass sich die Überschüsse aus mehreren Komponenten zusammensetzen. Es handelt sich dabei um die Zins- und Kostenüberschüsse, die Risikoüberschüsse sowie um die sogenannten Schlussüberschüsse. In allen Bereichen haben Versicherungsnehmer mittlerweile einen Anspruch darauf, in einem gewissen Mindestumfang an den erzielten Überschüssen beteiligt zu werden. Bei den Zinsüberschüssen sowie den Risikoüberschüssen liegt die Beteiligung mittlerweile bei mindestens 90 Prozent. Bei den Kostenüberschüssen hat der Kunden einen Anspruch auf mindestens 50 Prozent des erzielten Überschusses. Trotz dieser Pflichtbeteiligungen ist es so, dass die Rendite bei der Kapitallebensversicherung aktuell durchschnittlich nur noch im Bereich zwischen 3,2 und 3,8 Prozent liegt. Für immer mehr Verbraucher bedeutet dies, dass sie sich nach anderen Finanz- und Versicherungsprodukten umsehen, die beispielsweise der privaten Altersvorsorge dienen sollen.