Maifeiertag und Tag der Krawalle

Als mir gestern ein ehemaliger Kunde aus Berlin einen schönen 1. Mai wünschte, schloss er seinem Wunsch gleich eine Frage an. Wer bezahlt eigentlich die Sach- und Personenschäden, die durch Maikrawalle entstehen?  Er sei zwar nicht unmittelbar in einem, "Szeneviertel" wohnhaft, jedoch kam es wohl schon vor, dass auch in seiner Straße Autos beschädigt wurden.

Versicherungsschutz bei Krawallen


1. Autoschäden

Für Schäden an Autos leistet die Kaskoversicherung. Hier muss zwischen Feuerschaden und Vandalismusschaden unterschieden werden. Während für Glas-, Brand- und/oder Explosionsschäden die Teilkaskoversicherung einspringt, ist für Autoschäden durch Vandalismus die Vollkaskoversicherung zuständig. Bei der Teil- und Vollkaskoversicherung mindert sich der Schadensausgleich durch die vereinbarte Selbstbeteiligung.
Zu beachten ist jedoch, dass ein Schaden bei der Vollkaskoversicherung zu einer Verschlechterung der Schadenfreiheitsklasse führt. In beiden Fällen könnte, sofern die Täter ermittelt werden, die Versicherung diesen in Regress nehmen. Hier würde der Versicherungsnehmer dann entlastet werden. Zu beachten ist, dass die Versicherungen zwischen Krawallen und inneren Unruhen unterscheidet. Für Versicherungsnehmer ist dies von großer Bedeutung, weil bei inneren Unruhen kein Versicherungsschutz besteht.


2. Gebäudeschäden

Versichert sind Schäden durch Feuer, dazu gehören auch Brandsätze. Bei den Fenstern müsste eine Glasversicherung vereinbart sein. Beschädigungen an Gebäuden, zum Beispiel durch Steinwürfe oder durch Graffiti, sind nur versichert, wenn ein entsprechender Versicherungsschutz vereinbart ist. Nur eine „Vandalismus-Klausel“ im Vertrag würde für Schäden durch innerer Unruhen und mutwillige Beschädigung Versicherungsschutz gewährleisten.


3. Hausrat

Schäden am Hausrat reguliert die Hausratversicherung. In den meisten Fällen sind Schäden durch Vandalismus in der Hausratversicherung mit abgedeckt.


4. Personenschäden

Für Gesundheitsschäden durch Krawalle gibt es keinen Versicherungsschutz. Kam es zu einer Berufsunfähigkeit, würde die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Tragen kommen. Auch die Unfallversicherung wäre unter Umständen eine Option. 
In beiden Fällen darf sich der Versicherungsnehmer nicht einer bewussten Gefahr aussetzen. Für Krawall-Teilnehmer gibt es keinen Versicherungsschutz. Unbeteiligten Personen kann man eigentlich auch nur raten, die Gebiete zu meiden, in denen Auseinandersetzungen ziemlich wahrscheinlich oder schon im Gange sind.