Griechenlandkrise und Geldanlage

Nachdem am Wochenende die Verhandlungen zwischen Griechenland und den anderen Eurostaaten platzten, rutschte der DAX teilweise auf unter 11.000 Punkte ab. In den Medien hört man stündlich die Frage, ob und wann Griechenland pleitegehen wird, gefolgt von der Anschlussfrage, welche Auswirkungen das für Geldanlagen hat.

Wir haben uns dem Thema heute mal etwas intensiver gewidmet und nehmen unser Fazit schon mal vorweg: Sie können sich entspannen!


Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte und die EU


Einige Analysten erwarteten für heute (29.06.2015) einen Kursverfall von knapp 400 Punkten gegenüber dem Stand am Freitag (26.06.2015). Aus dem vorausgesagten Kursrutsch von 400 Punkten wurden zwar gut 472, jedoch erholte sich der DAX. Im Laufe des Tages pendelte er sich auf circa 3,5 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag ein.

Aus weltwirtschaftlicher Sicht betrachtet wird wahrscheinlich selbst eine Pleite Griechenlands den DAX nur kurzfristig zum Schwanken bringen. Schließlich liegt der Anteil an Wirtschaftskraft Griechenlands in der EU nicht einmal bei 2 Prozent.

Dennoch verbreiten viele Analysten und vor allem die Medien Panik und sprechen von einer langwierigen Krise. Dass die EU in der Krise steckt, ist unbestritten, denn Griechenland ist bei Weitem kein Einzelfall. Irland, Portugal oder Italien könnte man hier ebenfalls stellvertretend nennen, denn auch diese Länder stecken noch immer in Schwierigkeiten, doch scheint hier die Talsohle bereits durchschritten.


Empfehlungen für Geldanleger


Langfristige Geldanlagen
Für langfristige Geldanlagen lohnen sich Aktienindexfonds (ETF) mit weltweiter Anlageorientierung. Wer Geld auf der hohen Kante hat und schon länger auf einen Einstieg wartet, sollte nun die Zeit zur Geldanlage nutzen.

Lebens- oder Rentenversicherungen
Wir wurden heute auch mehrfach gefragt, ob eine Staatspleite Griechenlands auf Lebens- oder Rentenversicherungen Auswirkungen haben kann. Wir sind der Meinung, dass die Probleme Griechenlands hier keine Rolle mehr spielt, weil kaum noch jemand in griechische Staatsanleihen investiert haben wird. Problematisch könnte es eventuell werden, wenn auch andere südeuropäische Länder, wie zum Beispiel Italien oder Spanien in den Strudel geraten. Da die Staatsanleihen dieser Länder rentierlicher waren als deutsche Staatsanleihen, wichen viele Lebensversicherer dorthin aus. Dennoch gilt hier zunächst ganz klar, dass insbesondere die alten Lebensversicherungen, die noch zwischen 3 und 4 Prozent Garantiezins bieten, nicht gekündigt werden sollten.

Fremdwährungen
Vorsicht ist bei der Umschichtung in Fremdwährungen geboten. Man sollte sich nicht unbedingt von den Gerüchten leiten lassen, dass der Euro nun gegenüber dem Dollar schwächelt. Auch wenn der in der vergangenen Woche mehr als drei Prozent gegenüber dem Dollar verloren hat, dürfte ein Crash nicht zu befürchten sein. Heute jedenfalls bewies er Stärke! 
Nachdem er heute früh um zwei hundertstel US-Dollar nachgab, erholte er sich im Laufe des Tages und lag am Nachmittag wieder bei 1,1173 US-Dollar. Am Freitag lag er bei 1,1202 US-Dollar. Wir glauben nicht, dass eine Anlage in andere Währungen sinnvoll ist, es sei denn, Sie wollen spekulieren. Unseres Erachtens halten wir den Euro für stabil. 

Das Fazit unserer Beobachtungen an diesem "schwarzen Montag":
Chaos sieht anders aus und daher heißt es: Abwarten und Tee trinken.