Versicherungsschutz für Autoglas auch bei Verschleiß?

Viele Autofahrer sind der Ansicht, dass ihre Versicherung Glasschäden am Fahrzeug immer regulieren muss – egal, aus welchen Gründen der Sachschaden entstanden ist. Dem ist jedoch nicht so, wie aus einem Urteil des Amtsgericht München (AZ 271 C 4878 / 14) hervorgeht. Laut Angaben der zuständigen Richter seien Schäden, die durch Verschleiß entstanden sind, nicht zwangsläufig über die Teilkasko versichert.

Der Urteilsspruch basiert auf der Klage eines Cabriofahrers, der Glasschäden, die durch Verschleiß entstanden sind, nicht über die Teilkaskoversicherung abrechnen konnte. Die Assekuranz weigerte sich zu regulieren, da das Fahrzeug zum damaligen Zeitpunkt bereits 14 Jahre alt war.


Der Schadensfall im Einzelnen:


Der Kläger vernahm beim Schließen des Verdecks seinerzeit ein merkwürdiges Geräusch und stellte kurz darauf fest, dass beim Schließvorgang die Heckscheibe des Cabrios gerissen war. Das Fahrzeug wurde umgehend in eine Werkstatt gebracht, die Heckscheibe ausgetauscht. Die Kosten in Höhe von rund 1.900 Euro wollte der Kläger über die Teilkaskoversicherung abwickeln – ohne Erfolg
Die Assekuranz führte an, dass der Schaden aufgrund Materialverschleißes entstanden sei – ein Regulierungsanspruch wurde abgelehnt. Die Richter des Amtsgericht München verfolgten die gleiche Ansicht und bestätigten dies in ihrem Urteilsspruch. Demnach hätten Versicherungsnehmer keinen Anspruch auf Kostenerstattung, wenn Glasschäden am Fahrzeug dem üblichen Verschleiß zuzuordnen seien. Und dies auch dann nicht, wenn in den Vertragsdokumenten ausdrücklich von „Bruchschäden an der Verglasung“ die Rede ist.



Was ist versichert?


Laut Aussagen der Richter des Amtsgerichts sind nur die Schäden versichert, die durch Einfluss von außen entstanden sind. Materialversprödung hingegen gehöre nicht dazu. Weiter, so das Gericht, seien besonders die Scheiben von Cabrios einem hohen Verschleiß unterworfen – man gehe davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von in Dächern eingebauten Scheiben zehn, maximal 15 Jahre, nicht übersteigt. Keine Unterschiede würden hier jedoch zwischen Glas- und Kunststoffscheiben gemacht.

Der Kläger ging somit leer aus – das Urteil ist rechtskräftig.