Dispozinsen-Gesetz durch Kabinett beschlossen

Über die - nach Meinung zahlreicher Verbraucherschützer - teilweise viel zu hohen Dispozinsen wurde in der Vergangenheit bereits heftig diskutiert. Nun hat das Bundeskabinett aktuell ein neues Dispozinsen-Gesetz beschlossen, welches die Verbraucher besser schützen soll, die ihren Dispokredit in Anspruch nehmen. Im Kern beinhaltet das neue Gesetz vor allem, dass Banken zukünftig die Höhe der vereinnahmten Dispozinsen transparent machen müssen und auch für eine bessere Vergleichbarkeit zu sorgen haben. Zudem sollen Kunden, die ihr Girokonto überzogen haben, zu einem Beratungsgespräch eingeladen werden.


Guter Ansatz, aber dennoch deutliche Kritik


Zwar geht das Dispozinsen-Gesetz nach Meinung vieler Experten und Verbraucherschützer einerseits in die richtige Richtung, andererseits gibt es aber durchaus noch berechtigte Kritik. Insbesondere zwei wesentliche Punkte, die vor allem Verbraucherschützer von dem neuen Gesetz erwartet hatten, wurden nicht umgesetzt. Dabei handelt es sich zum einen um die Deckelung der Dispozinsen und zum anderen um eine Verpflichtung der Kreditinstitute, bei Beanspruchung des Dispositionskredites einen Warnhinweis zu erteilen. Diese beiden Forderungen werden im neuen Gesetz jedoch nicht umgesetzt.


Beratungspflicht der Banken greift nur in bestimmten Fällen


Zwar schafft das neue Gesetz sicherlich einerseits eine erhöhte Aufmerksamkeit, wenn es um das Problem der Kontoüberziehung bzw. einer möglichen Überschuldung geht. Andererseits sind die Beratungsgespräche, die Inhalt des Gesetzes sind, nur unter bestimmten Bedingungen seitens der Banken durchzuführen. So soll eine Beratung nur dann stattfinden müssen, falls der Kontoinhaber seinen Kreditrahmen mindestens ein halbes Jahr lang im Durchschnitt zu 75 Prozent oder mehr in Anspruch nimmt. Alternativ soll eine Beratung ebenfalls stattfinden, falls das Konto drei Monate oder länger um mehr als 50 Prozent überzogen ist, wobei hier der monatliche Gehaltseingang die Grundlage der Berechnung darstellt. Experten befürchten allerdings, dass die genannten Zeiträume bereits zu groß sind, da in dieser Zeit schon vergleichsweise hohe Dispozinsen, und somit eine finanzielle Belastung angefallen ist.