Zinswende in den USA: Was ändert sich für Verbraucher?

Die von Experten schon lange erwartete Zinswende ist nun in den Vereinigten Staaten eingetreten. Wie zuvor vermutet, hat die amerikanische Zentralbank, die Fed, den Leitzins auf 0,5 Prozent angehoben. Damit wurde ein Trend beendet, der zuvor seit über sechs Jahren darin bestand, dass die Zinsen entweder stetig gesenkt wurden oder lange Zeit auf dem gleichen Niveau blieben. Mit dem Zinsschritt läutet die Fed zumindest in den USA eine Wende ein, wobei sich natürlich viele Verbraucher in Deutschland fragen, ob die Änderung auch auf Europa Auswirkungen haben wird.


Nicht in Panik verfallen lautet die Devise


Schon jetzt gibt es einige Experten und Analysten, die aufgrund der Zinswende in den USA eine Art Panik betreiben, dass es auch in Europa und Deutschland zu Zinserhöhungen kommen könne. Von den meisten Fachleuten wird dies jedoch bestritten, sodass es für Verbraucher aktuell überhaupt keinen Grund gibt, irgendwelche Schritte zu unternehmen oder gar in Panik zu verfallen. Vielmehr ist es sogar so, dass die meisten Fachleute davon ausgehen, dass die Europäische Zentralbank nach wie vor weiter Geld in den Markt pumpen wird, und das bis mindestens Anfang 2017. Demzufolge ist es als sehr unwahrscheinlich zu betrachten, dass die EZB den Leitzins erhöhen wird.

Es gibt auf der einen Seite also aktuell überhaupt keinen Handlungsbedarf, insbesondere nicht für Verbraucher, die momentan eigentlich gar keinen Kredit aufnehmen möchten. Allenfalls könnte man darüber nachdenken, eine vielleicht erst in einigen Monaten geplante Baufinanzierung zeitlich etwas vorzuziehen, um absolut auf der sicheren Seite zu sein. Auf der anderen Seite gibt es natürlich im Bereich der Wirtschaft dennoch einige Auswirkungen, welche die Zinswende in den USA nach sich zieht. Dazu gehören die folgenden Veränderungen:

  • US-Produkte in Deutschland werden teurer
  • Urlaub in den USA wird teurer
  • Öl und somit auch Benzin verteuern sich
  • Dollar wird gegenüber dem Euro stärker
  • US-Aktien sind aufgrund des stärkeren US-Dollars attraktiv


Die Auswirkungen der US-Zinswende im Detail

Für den Normalverbraucher werden sich zunächst einmal aufgrund der Zinswende in den USA keine gravierenden Änderungen ergeben. Was allerdings passieren wird, ist, dass sich in Deutschland erhältliche Produkte von amerikanischen Unternehmen verteuern werden. Dies betrifft beispielsweise Smartphones von Apple, Turnschuhe oder Kleidung von Nike sowie Elektronikgeräte und sonstige Produkte amerikanischer Hersteller. Die Preise könnten sich hier etwas verteuern, was eben insbesondere auf den stärkeren US-Dollar zurückzuführen ist.

Die gleichen Auswirkungen werden sich voraussichtlich beim Öl zeigen, denn dieser Rohstoff wird in Dollar gehandelt. Dies wiederum könnte dazu führen, dass die Benzinpreise in Deutschland zukünftig aufgrund dieser Tatsache leicht ansteigen werden. Ebenfalls betroffen von der US-Zinswende werden aller Voraussicht nach deutsche Verbraucher sein, die in den kommenden Monaten und Jahren einen Urlaub in den USA verbringen möchten. Auch dort wird sich der stärkere Dollar insoweit auswirken, als dass mehr Euro aufzuwenden sind, um beispielsweise eine Urlaubsreise zu bezahlen.

Eine wichtige Aussage besteht allerdings auch darin, dass es trotz der Zinswende in den Vereinigten Staaten aktuell keinen Anlass gibt, beispielsweise schnell noch einen Kredit aufzunehmen, der so in der näheren Zukunft eigentlich gar nicht geplant war. Verbraucher müssen demzufolge nicht befürchten, dass beispielsweise die Baufinanzierung in Deutschland plötzlich mit einem Schlag um 0,5 Prozent oder mehr im Durchschnitt teurer wird. Demzufolge heißt die Devise, ruhig zu bleiben und nicht von geplanten Maßnahmen abzuweichen.