Zusatzbeiträge vieler Krankenkassen werden ab 2016 steigen

Im neuen Jahr erwartet die Verbraucher im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen nichts Gutes. Schon heute steht fest, dass eine ganze Reihe von Krankenkassen den sogenannten Zusatzbeitrag erhöhen werden. Durchschnittlich beträgt der Zusatzbeitrag aktuell 0,9 Prozent, wobei Experten davon ausgehen, dass er im kommenden Jahr um durchschnittlich 0,2 Prozent ansteigen wird. Dies bedeutet, dass der Gesamtbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung im Durchschnitt bei 15,7 Prozent liegen wird.


Kosten im Gesundheitssystem deutlich angestiegen


Als Hauptgrund dafür, dass viele gesetzliche Krankenkassen den Zusatzbeitrag erhöhen, werden die gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem angeführt. Allein im 1. bis 3. Quartal trugen die gesetzlichen Kassen so ein Defizit im dreistelligen Millionen-Bereich zusammen. Da der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung auf Arbeitgeberseite seit geraumer Zeit auf 7,3 Prozent festgeschrieben ist, müssen die Versicherten den Zusatzbeitrag in vollem Umfang alleine zahlen. Daher wird es für Verbraucher immer wichtiger, auch im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen Vergleiche zwischen den verschiedenen Kassen durchzuführen.


Viele große Krankenkassen erhöhen Zusatzbeitrag ab 2016


Bis vor einigen Jahren war es im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung kaum notwendig, einen Vergleich zwischen den Krankenkassen durchzuführen. Zum einen sind die Leistungen durch den gesetzlichen Leistungskatalog zu über 90 Prozent festgelegt, zum anderen war es damals noch so, dass alle Krankenkassen den gleichen Beitragssatz forderten. Diese Situation hat sich mittlerweile deutlich geändert und wird sich im kommenden Jahr noch weiter verstärken. Die Schere zwischen den Krankenkassen wird nämlich aufgrund des steigenden Zusatzbeitrages immer weiter auseinandergehen. Darüber hinaus werben zahlreiche Krankenkassen mittlerweile mit besonderen zusätzlichen Leistungen, sodass auch in diesem Bereich ein Vergleich sinnvoll ist.

Unter anderem sind es die folgenden gesetzlichen Krankenkassen, die ab dem kommenden Jahr ihren Zusatzbeitrag erhöhen werden:

  • AOK Rheinland/Hamburg: Erhöhung um 0,2% - dann 15,7% Beitragssatz
  • Barmer GEK: Erhöhung um 0,2% - dann 15,7% Beitragssatz
  • DAK: Erhöhung um 0,6% - dann 16,1% Beitragssatz
  • Techniker Krankenkasse: Erhöhung um 0,2% - dann 15,6% Beitragssatz

Mit die höchste Beitragserhöhung müssen die Verbraucher bei der DAK hinnehmen. Die Krankenkasse erhöht den Zusatzbeitrag um 0,6 auf dann 1,5 Prozent, sodass der Gesamtbeitrag bei über 16 Prozent liegt. An dieser Stelle und auch bei einigen anderen Krankenversicherungen, die einen relativ hohen Zusatzbeitrag veranschlagen, ist es sicherlich in nicht wenigen Fällen sinnvoll, sich nach einer günstigeren Alternative umzusehen, die ist definitiv gibt. So gehört beispielsweise die BKK EUREGIO zu den günstigsten gesetzlichen Krankenkassen, denn hier beläuft sich der aktuelle Beitragssatz auf insgesamt lediglich 14,60 Prozent, die Krankenkasse erhebt also überhaupt keinen Zusatzbeitrag. Allerdings ist hier zu beachten, dass dieser Satz nur für 2015 gilt und das Angebot der Krankenkasse lediglich regional genutzt werden kann.


Sonderkündigungsrecht kann in Anspruch genommen werden


Auch wenn zahlreiche gesetzliche Krankenversicherung Kassen angekündigt haben, den Zusatzbeitrag im kommenden Jahr zu erhöhen, besteht für die meisten Versicherungsnehmer jetzt kein Grund, voreilig zu handeln. Zunächst einmal haben alle Krankenversicherten, die im kommenden Jahr von einer solchen Beitragserhöhung betroffen sind, ein gesetzlich verankertes Sonderkündigungsrecht. Bis zum Ende des Monats, in dem der erhöhte Zusatzbeitrag erstmals berechnet wird, können Betroffene dieses Sonderkündigungsrecht nutzen. 

Dies ist allerdings nur unter der Voraussetzung von Bedeutung, dass die Verbraucher bisher weniger als 18 Monate in ihrer aktuellen Krankenversicherung versichert waren. Besteht bereits eine längere Versicherungsdauer, so gibt es ohnehin jederzeit die Möglichkeit, die Krankenkasse zu wechseln. In diesem Fall muss man also gar nicht vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und sich demzufolge auch nicht unter Zeitdruck gesetzt fühlen. Stattdessen können Versicherungsnehmer in aller Ruhe überlegen, ob sie die Krankenkasse wechseln möchten und falls ja, wohin die Reise gehen soll.