Wetterversicherungen


Wenn das Wetter nicht mitspielt bleibt das Risiko mit dieser Versicherung gering.

Viele Branchen sind unmittelbar vom Wetter abhängig: Landwirte beklagen sich ebenso wie die Tourismusbranche über zu viel Kälte, zu viel Regen oder zu viel Sturm. Wenn das Wetter solche Kapriolen schlägt, dass die Umsätze zurückgehen oder sogar kleinere Unternehmen von einer Pleite bedroht sind, helfen Wetterversicherungen weiter.



Eine Versicherung mit einer untypischen Struktur


Der Charakter einer Versicherung ist üblicherweise so angelegt, dass Versicherungskunden erst dann mit Geld von ihrer Versicherung rechnen können, wenn ihnen ein konkreter Schaden entstanden ist: Damit die Haftpflichtversicherung eintritt, hat der Versicherte zuvor in seinem privaten Umfeld fahrlässig einen Schaden wie z. B. Rotweinflecken auf dem Teppichboden verursacht. Auch bei Gebäudeversicherungen müssen Sturm, Hagel, Blitzeinschläge usw. einen Sachschaden angerichtet haben, damit sich die Versicherung in der Pflicht sieht.

Das ist bei einer Wetterversicherung ganz anders: Es genügt, wenn bestimmte im Versicherungsvertrag aufgeführte Wetterszenarien eintreten, damit das Versicherungsunternehmen leisten muss. Ob durch einen Sturm oder einen Hagelschauer ein zu beziffernder Schaden eingetreten ist, ist bei diesem Versicherungsmodell unwichtig. Auch die Folgen des schlechten Wetters lassen sich so finanziell abfangen: Veranstalter von Open-Air-Events können sich  beispielsweise gegen den geringen Verkauf von Eintrittskarten bei Regenwetter versichern, jedoch auch gegen Zusatzkosten wie z. B. das Mieten einer Ersatzfläche, wenn der vorgesehene Veranstaltungsplatz von Regenwasser überflutet wurde.



Für wen kommen Wetterderivate infrage?


Die Allianz kam bereits 1953 auf den Gedanken, eine Wetterversicherung für Urlauber anzubieten. Aber da damit zu viele Verluste eingefahren wurden, hat diese Versicherung in der damaligen Form nicht lange überlebt.
Heute interessieren sich immer mehr Firmen, deren geschäftlicher Erfolg unmittelbar von der Wetterlage beeinflusst wird, für diesen Schutz. Beispielhaft können hier Fluggesellschaften, Flughäfen, landwirtschaftliche Betriebe, das Baugewerbe, der Energiesektor sowie die Freizeit- und die Tourismusbranche genannt werden. 



Wetterversicherungen sehen einer stabilen Zukunft entgegen


Im Vergleich mit anderen Versicherungsprodukten nimmt sich die Zahl der verkauften Wetterderivate noch gering aus, sie gelten noch als Nischenprodukte. Allerdings gehen Experten davon aus, dass sie in Zukunft eine höhere Bedeutung haben werden: Angesichts des Klimawandels und den immer häufiger auftretenden Wetterextremen und größeren Unsicherheiten der Wetterentwicklung wächst das Bedürfnis von Unternehmern, sich gegen diese Risiken abzusichern. Viele von ihnen werden auch aus einer ganz anderen Richtung dazu genötigt, eine entsprechende Vorsorge zu betreiben: Ratingagenturen akzeptieren es immer seltener, dass Umsatzschwankungen allein auf das schlechte Wetter geschoben werden.



So werden die Kosten für eine Wetterversicherung berechnet


Die Höhe der Versicherungsbeiträge wird immer fallbezogen ermittelt. Das wesentliche Kriterium ist dabei die Eintrittswahrscheinlichkeit des Wetterrisikos. Je umfassender der Versicherungsschutz sein soll, umso teurer wird die Police. So kann sich der Betreiber eines Freizeitparks gegen eine bestimmte Zahl von Regentagen in einem bestimmten Monat oder während der Saison absichern und beeinflusst so die Beitragshöhe.